Warum sind die Kinder und Jugendlichen ohne ihre Eltern auf der Flucht?

Die Kinder und Jugendlichen stammen aus Kriegs- und Krisengebieten rund um den Globus (u.a. Afghanistan, Irak, Somalia). Auf ihrer Flucht haben sie viele Extrem- und auch Gewaltsituationen durchleben müssen. Nun kommen sie alleine und oftmals ohne offizielle Dokumente nach Deutschland, ein Land, das sie höchstens aus Erzählungen kennen. Manche von ihnen haben ihre Eltern verloren oder suchen in der Fremde Schutz.

Die Gründe für die meist zwischen 15 und 17 Jahre alten Jugendlichen (in Ausnahmefällen Kinder im Alter von 8-9 Jahren), ihre Heimat zu verlassen, sind vielfältig. Oft werden sie von den Eltern ins sichere Ausland geschickt, um den in ihrer Heimat vorherrschenden Lebensbedingungen zu entkommen. In der Fremde werden für sie dann Entwurzelung, die Eingewöhnung in neue, für sie unbekannte kulturelle Strukturen, der Aufbau neuer sozialer Kontakte und Bildung zu zentralen Themen.

Es hat sich gezeigt, dass diese jungen Menschen sehr offen und ehrgeizig sind und starke Bemühungen zeigen, sich in die sie aufnehmende Gesellschaft zu integrieren.

 

Die Ankunft in Deutschland ist nur der erste Schritt …

Vorangestellt gilt es, den schwierigen Ankunftsprozess der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu begleiten und zu unterstützen. Zunächst verbringen die Flüchtlinge drei Monate in einer sogenannten „Clearingstelle“. Diese behördliche Stelle entscheidet, wo die Jugendlichen anschließend untergebracht werden.
In der Clearingstelle erfolgt eine sozialpädagogische Diagnostik und die Jugendlichen werden auf ein Leben in Deutschland vorbereitet. Insbesondere lernen sie die Sprache und Kultur kennen.

Bei ihrer Ankunft in Deutschland werden die Kinder und Jugendlichen zunächst geduldet. Über einen Asylantrag wird im Verlauf des Unterbringungsprozesses entschieden.

 

Wie können Sie Pflegefamilie werden?

Gesucht werden offene und moderne Familien, die Jugendliche für einen mittelfristigen Zeitraum zwischen einem und drei Jahren aufnehmen. Dabei sind auch solche Familien gefragt, die bisher noch keine Erfahrungen als Pflegefamilie haben. Dafür infrage kommen sowohl verheiratete als auch unverheiratete Paare. Auch homosexuelle Paare, Singles und ältere Personen können Pflegefamilie werden.

Hilfreich ist, wenn die Pflegeeltern verschiedene Sprachen sprechen. Insbesondere Englisch erleichtert die anfängliche Kommunikation ungemein. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Jugendlichen die deutsche Sprache sehr schnell lernen.

Für Pflegefamilien ergibt sich die Möglichkeit, einem Jugendlichen über einen begrenzten Zeitraum bei der Ankunft und Integration in Deutschland eine wesentliche Stütze zu sein. Zur Vorbereitung werden spezielle Informationsabende angeboten, deren Schwerpunkte auf Integration, Kultur und den Umgang mit Behörden liegen.

Weiterhin wird die klassische Pflegeelternschule durchlaufen, wobei die Familie von erfahrenen Sozialpädagogen auf ihre Eignung als Pflegefamilie hin überprüft wird. Am Ende der Pflegeelternschule suchen die Sozialarbeiter nach Jugendlichen, die in die jeweilige Familie passen. Dabei werden zuvor geäußerte Wünsche hinsichtlich der Sprache, des Alters und der Herkunft berücksichtigt. Beide Parteien können nach einem Kennenlernen entscheiden, ob sie miteinander leben möchten.

 

Über das gemeinsame Leben in den Pflegefamilien

Durch ihre Vorgeschichte und den ganz besonderen Hintergrund bringen die Kinder und Jugendlichen vielfältige Erfahrungen mit sich. Indem diese mit der Pflegefamilie geteilt werden, wird ein intensiver und authentischer kultureller Austausch angestoßen. Nicht zuletzt durch ihre Neugier und den Integrationswillen bereichern die Jugendlichen den Alltag der Pflegefamilie auf vielfältige Weise.

Die Kinder und Jugendlichen gehen in Deutschland regulär zur Schule. Aufgrund des offenen rechtlichen Status sind viele Kontakte zu Ämtern und Behörden erforderlich. Für Fragen zur täglichen Arbeit und den Umgang mit den Jugendlichen stehen den Pflegefamilien erfahrene BeraterInnen zur Seite.

 

Die Pflegefamilien werden vielfältig bei ihren Aufgaben unterstützt

Während der Dauer des Pflegeverhältnisses werden die Pflegefamilien von geschulten BeraterInnen begleitet und unterstützt. Sie leisten Hilfestellung bei Kontaktaufnahmen mit dem Jugendamt und den Behörden oder stehen für alltagspraktische Fragen zur Verfügung (Kultur, Intergration, Krankenversicherung, uvm.).

Zugleich koordinieren sie die Arbeit der beteiligten Fachkräfte und sind besonders bei rechtlichen Fragen eine entscheidende Unterstützung. Außerdem stehen den Pflegefamilien verschiedene Gruppen- und Fortbildungskurse zur Verfügung.

Die Vergütung der Pflegefamilie orientiert sich an einem normalen Pflegeverhältnis.

 


Children far from Home
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